Willkommen in der Pfarre Linz – St. Peter!

Das Wort zum 3. Fastensonntag

Bekanntlich hat Lenin während seiner Studentenjahre eine Zeitlang in der Schweiz gelebt. Als ein Reporter auf die Idee kam, sich nach Leuten umzusehen, die noch Erinnerungen an den Begründer des Sowjetregimes hätten, staunte er nicht schlecht, als er in Zürich eine mittlerweile betagte Dame aufstöberte, die sich als Lenins ehemalige Zimmerwirtin entpuppte und ihm sagte, sie könne sich noch recht gut „an diesen Herrn Lenin erinnern“: der sei ja ein so netter Mensch gewesen, „nur schade: später hat man nie wieder etwas von ihm gehört!"

Gewitztere als diese ahnungslose Schweizerin hätten wahrscheinlich Memoiren mit dem zugkräftigen Titel „Ich war Lenins Zimmerwirtin“ geschrieben – und vielleicht allerlei schwer überprüfbare Geschichten hinzu erfunden, zum Beispiel, wie der junge Russe ihr beim Frühstück haarklein die Weltrevolution erklärt habe.

Dass ein bedeutender Mann nichts Wichtigeres zu tun haben sollte, als mit einer unbedeutenden Frau über bedeutende Dinge zu plaudern, ist nicht so leicht zu glauben. Schwer getan hat sich damit sogar jene Frau, die es am Jakobsbrunnen selber erlebte. Doch war ihr bald klar, dass der, der sich nicht zu gut dafür war, ihr beim Wasserschöpfen Dinge zu erläutern, über die er sonst nur zu der Menge sprach, selber ein sehr, sehr bedeutender Mann sein musste.

Franz Zeiger, Pfarrer

 

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„...das habt ihr mir getan!“

Krieg und Terror zwingen Menschen, unter Lebensgefahr aus ihrer Heimat zu fliehen. Sie müssen dort ihr ganzes Hab und Gut zurücklassen. Sie kommen in unser Land und besitzen kaum mehr als die Kleidung, die sie am Leib tragen.

In Linz angekommen werden sie in Zelten untergebracht – trotz Regen und Kälte. Es gibt für diese Menschen in unserer Stadt kein ordentliches Dach über dem Kopf, so scheint es.

Die Helferinnen und Helfer vor Ort sind am Limit ihrer Möglichkeiten und Kräfte. Die Lage ist desaströs.

Als Pfarrgemeinde wollen wir helfen, so gut es geht: Wir haben daher in unserem Pfarrheim vorübergehend Platz für 12 heimatlose Menschen geschaffen.

Im 25. Kapitel des Matthäusevangeliums sagt Jesus: „Was ihr für einen meiner geringsten Schwestern und Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“

Liebe Spallerhoferinnen und Spallerhofer, ich bitte Sie vom Herzen, die uns für eine kurze Zeit anvertrauten Menschen wohlwollend in unserer Mitte aufzunehmen.

Ihr Pfarrer
Franz Zeiger

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Bildnachweis: Grafikwerkstatt Hand & Maus – Diana Kohne

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