Willkommen in der Pfarre Linz – St. Peter!

Das Wort zum 3. Sonntag im Jahreskreis

Spontane Bekehrungen und spontane Berufungen – das ist schon ziemlich unglaublich. Da kommt Jona in die große Stadt Ninive. Er kündigt die Strafe Gottes an – „Noch vierzig Tage, und Ninive ist zerstört!“ – und schon kleiden sich die Menschen in Bußgewändern und bekehren sich – vom einfachen Tagelöhner bis hinauf zum König. Und Jesus predigt am See Genezareth, und sofort lassen die Fischer alles stehen und liegen, lassen ihre Fischernetze am Strand liegen, verlassen ihr altes Leben und folgen Jesus nach.

Kann man sich derart spontane Berufungen heute noch vorstellen? Ich glaube kaum, dass derartig radikale Wendungen aus dem Nichts möglich sind. Die Texte, die wir gehört haben, übergehen ein wichtiges Detail: Sie verschweigen uns, was die Menschen vor ihrer Umkehr beschäftigt hat. Sicherlich fragten sich die Menschen in Ninive schon vor Jona, ob sie ein gutes Leben führten. Und sicherlich bewegte die Fischer eine Sehnsucht, die über ihren Beruf hinausging. Nicht nur die beiden Fischer Simon und Andreas warteten auf den Messias. Seit Jahrhunderten wartete Israel auf den Messias, auf einen König, der Israel von allem Unheil befreit, auf einen Messias, der das Volk Israel in einem endzeitlichen Befreiungskampf erlöst.

Viele wurden für den Messias gehalten – auch Johannes der Täufer, der sich aber verteidigt: „Ich bin nicht der, für den ihr mich haltet; aber seht, nach mir kommt einer, dem die Sandalen von den Füßen zu lösen ich nicht wert bin.“ (Apg 13,25). Und dann kommt dieser Jesus. „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe“, sagt er ihnen. Jesus begeistert sie, er nimmt sie mit seiner Botschaft vollkommen gefangen. Es fehlte nur der Aufruf Jesu, ein Anstoß um das Leben komplett zu ändern. Jesus riss sie mit und zeigte ihnen einen Weg.

Heute ist das, denke ich, nicht viel anders. Viele Menschen sind auf der Suche. Es fehlt oft nur der entscheidende Anstoß, alles stehen und liegen zu lassen. Kann Jesu Botschaft für uns so ein Anlass sein, das Leben umzukrempeln?

Pastoralassistent Michael Mitter

 

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„...das habt ihr mir getan!“

Krieg und Terror zwingen Menschen, unter Lebensgefahr aus ihrer Heimat zu fliehen. Sie müssen dort alles, was ihnen vertraut war, ihre Angehörigen, ihre Freunde und ihr ganzes Hab und Gut zurücklassen. Sie kommen in unser Land mit der verzweifelten Hoffnung auf ein Leben in Frieden und Geborgenheit.

Im 25. Kapitel des Matthäusevangeliums sagt Jesus: „Was ihr für einen meiner geringsten Schwestern und Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“

Wir haben daher im Jahr 2015 in unserem Pfarrheim Platz für zwölf heimatlose Menschen geschaffen. Unsere Pfarrgemeinde hilft seither, so gut es geht.

Viele Freundschaften sind gewachsen. Mittlerweile sind unsere syrischen Freunde nicht mehr aus unserer Pfarre wegzudenken.

Ich danke allen Spallerhoferinnen und Spallerhofern und allen Freundinnen und Freunden aus Nah und Fern, die unsere syrischen Gäste so liebevoll annehmen, die uns immer wieder mit ihrem tatkräftigem Engagement, mit ihrem stets offenen Herzen und mit ihrem Gebet unterstützen.

Danke, dass Ihr uns helft, den uns anvertrauten Menschen vorübergehend ein menschenwürdiges Zuhause bieten zu können und ihnen einen guten Start in ihr neues Leben zu ermöglichen!

Ihr dankbarer Pfarrer
Franz Zeiger

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Bildnachweis: Grafikwerkstatt Hand & Maus – Diana Kohne

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