Willkommen in der Pfarre Linz – St. Peter!

Das Wort zum 19. Sonntag im Jahreskreis

Die großen Kirchen erleiden in unseren Tagen einen beachtlichen Mitgliederschwund. Hat die Botschaft Jesu in unserer Zeit ihre Bedeutung verloren? Wie erklärt sich diese Entwicklung? Und ist an einer Erklärung hierfür überhaupt noch irgendjemand interessiert?

Das Evangelium dieses Sonntags lässt erkennen, dass es zu keiner Zeit leicht und selbstverständlich war an Jesus zu glauben: „Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn zu mir führt.“

Aber auch das Prophetenwort steht dort: „Alle werden Schüler Gottes sein.“

Gott kann und will uns in Jesus mehr erkennen lassen, als unsere natürlichen Fähigkeiten leisten. Der, „dessen Vater und Mutter wir kennen“, ist zugleich Gottes Sohn: „Brot vom Himmel“, das „ewiges Leben schenkt“. Für solche Worte, die für sich gesehen absurd erscheinen mögen, gibt es für die Hörerinnen und Hörer ja durchaus Zugänge: die Heilszeichen, die in seinen Wundern erkennbar sind und die sie tatsächlich auch anerkennen. Und das Glaubwürdigste an Jesus: Er, der sich selbst als einziger Mittler zum Heil darstellt, will ja letztendlich nichts für sich. Er ist Weg zum Vater, will zur Erkenntnis Gottes führen, will dem Menschen göttliches Leben vermitteln.

Für mich hat die Botschaft des Evangeliums die gleiche Bedeutung und Dringlichkeit wie eh und je. Die Begegnung mit den anderen Religionen führt nicht zu Kriegen, sondern zum menschlichen Fortschritt, wenn sie im Geiste Jesu geschieht. Und es gibt dazu keine Alternative: Wir können nicht mehr an den Menschen mit anderen Überzeugungen vorbeigehen.

Die großen Probleme der Menschheit rufen nach Jesus Christus. Und er ist unter uns lebendig, wo der Egoismus überwunden, solidarisches Denken und Handeln, Hinwendung zu den Notleidenden Raum gewinnt. So stellt er sich uns doch in jedem Kapitel des Evangeliums dar. Welcher Symbolgehalt wird damit greifbar im Blick auf das „Brot vom Himmel“ während der Wüstenwanderung des Volkes! Kann nicht jeder Mensch seinen Lebensweg in diesem Bild sehen, wo man immer von neuem Nahrung finden muss und Orientierung und Ermunterung durch die Ausrichtung auf ein Ziel des Weges?

Jesus bietet sich uns heute an: „Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist.“

Franz Zeiger, Pfarrer

 

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„...das habt ihr mir getan!“

Krieg und Terror zwingen Menschen, unter Lebensgefahr aus ihrer Heimat zu fliehen. Sie müssen dort alles, was ihnen vertraut war, ihre Angehörigen, ihre Freunde und ihr ganzes Hab und Gut zurücklassen. Sie kommen in unser Land mit der verzweifelten Hoffnung auf ein Leben in Frieden und Geborgenheit.

Im 25. Kapitel des Matthäusevangeliums sagt Jesus: „Was ihr für einen meiner geringsten Schwestern und Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“

Wir haben daher im Jahr 2015 in unserem Pfarrheim Platz für zwölf heimatlose Menschen geschaffen. Unsere Pfarrgemeinde hilft seither, so gut es geht.

Viele Freundschaften sind gewachsen. Mittlerweile sind unsere syrischen Freunde nicht mehr aus unserer Pfarre wegzudenken.

Ich danke allen Spallerhoferinnen und Spallerhofern und allen Freundinnen und Freunden aus Nah und Fern, die unsere syrischen Gäste so liebevoll annehmen, die uns immer wieder mit ihrem tatkräftigem Engagement, mit ihrem stets offenen Herzen und mit ihrem Gebet unterstützen.

Danke, dass Ihr uns helft, den uns anvertrauten Menschen vorübergehend ein menschenwürdiges Zuhause bieten zu können und ihnen einen guten Start in ihr neues Leben zu ermöglichen!

Ihr dankbarer Pfarrer
Franz Zeiger

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Bildnachweis: Grafikwerkstatt Hand & Maus – Diana Kohne

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