Das Wort zum Sonntag – 18. Sonntag im Jahreskreis

Liebe Pfarrgemeinde!

der sehr kluge, alltagsweise Philosoph Michel de Montaigne, der einen großen Teil seines Lebens in einem Bibliotheksturm verbracht hat, hat einmal gesagt: "Ein Abschied verleitet immer dazu, etwas zu sagen, was man sonst nicht ausgesprochen hätte."

Am Ende meiner 20 Jahre hier in Linz gehen mir vor allem zwei Begriffe durch den Kopf: der eine - der berühmte Vers aus Kohelet: „Alles hat seine Zeit!“ Ich habe die Zeit hier in Linz, in den drei Pfarren und besonders in der Pfarre der Heiligsten Dreifaltigkeit, die in den letzten 17 Jahren zu meiner Heimat wurde, sehr oft mit euch auch genossen. Der andere ist für mich die „Dankbarkeit“, die ich empfinde – für all das, was ich in den 20 Jahren mit und durch euch erleben, erfahren, lernen und auch mit euch feiern durfte. Ich möchte besonders auch Danke sagen für all die Begegnungen und Gespräche, die ich mit euch geführt habe und die mir in schöner Erinnerung bleiben werden.

Abschied hat für mich neben der Dankbarkeit noch zwei weitere Dimensionen: das eine ist Trauer – es tut auch weh, Abschied nehmen zu müssen, wegzugehen, sich bewusst zu machen, dass vieles, was in den letzten beiden Jahrzehnten für mich selbstverständlich war, nicht mehr zu meinem Alltag gehören wird. Gleichzeitig gibt es für mich auch den Aufbruch ins Neue: die Zeit ist gekommen, noch einmal was ganz anderes zu wagen.

Gott möge euch segnen und behüten auf Eurem zukünftigen, weiteren Weg, bei all dem, was vor euch liegt!

Franz Pamminger