Das Wort zum Sonntag – 33. Sonntag im Jahreskreis

Liebe Pfarrgemeinde!

Liebe Pfarrgemeinde! Im Evangelium dieses Sonntags vertraut ein Mann (Gott) seinen Dienern (uns Menschen) sein Vermögen (unsere Talente) an. Ziel ist es nicht unbedingt, sicher darauf aufzupassen, sondern sie sinnvoll einzusetzen und zu vermehren.

Eigentlich wäre das ja ganz einfach. Das Problem dabei ist nur, dass wir ja nicht wissen, wann es soweit ist, dass der Verwalter mit uns abrechnen will.

Und quasi als Draufgabe bekommen wir dann auch noch diesen Satz: „Denn wer hat, dem wird gegeben, und er wird im Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat.“ Sehr motivierend klingt das meines Erachtens ja nicht.

Heißt das, ich muss mich immer zu hundert Prozent anstrengen, denn sonst bekomme ich gar nichts? Nun, ganz so schlimm ist es scheinbar doch nicht. Immerhin bekommt ja auch der zweite Diener etwas. Nur wenn wir gar nichts tun, werden wir auch nicht belohnt. Ein bisschen Anstrengung, Mut und vor allem Offenheit verlangt Gott schon von uns. Aus Taize stammt folgendes Gebet dazu:

HERR, mache mich zu einer Schale,
offen zum Nehmen, offen zum Geben,
offen zum Beschenktwerden,
offen zum Bestohlenwerden.
HERR, mache mich zu einer Schale für dich,
aus der du etwas nimmst,
in die du etwas hineinlegen kannst.
Wirst du bei mir etwas finden,
was du nehmen könntest?
Bin ich wertvoll genug,
so dass du in mich etwas hineinlegen wirst?
HERR, mache mich zu einer Schale
für meine Mitmenschen;
offen für die Liebe,
für das Schöne, das sie verschenken wollen,
offen für ihre Sorgen und Nöte,
offen für ihre traurigen Blicke,
die von mir etwas fordern.
Herr, mache mich zu einer Schale!

Diese Offenheit einer Schale wünsche ich uns allen.

Ihr Pfarrer