Das Wort zum Sonntag – 19. Sonntag im Jahreskreis

Liebe Pfarrgemeinde!

„Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben!“, sagt Jesus im heutigen Sonntagevangelium.

Dazu fällt mir eine Geschichte ein, die ich vor vielen Jahren einmal gehört habe:

Es war einmal eine Witwe. Sie lebte in einem fernen Land. Von einer alten Frau hatte sie als Dank für ihre Gastfreundschaft einen wundersamen Ring geschenkt bekommen. Mit diesem Ring konnte sie sich in alles verwandeln, was sie wollte.
Einmal brach eine Hungersnot über das Land herein. Da erinnerte sich die Witwe an ihren Ring und verwandelte sich in einen Vogel. Sie flog in alle Himmelsrichtungen, um für ihre Familie und ihre Nachbarn Ausschau zu halten nach einem Land, wo es genug zu essen gab. Traurig kehrte der Vogel zurück; denn die Hungersnot hatte schon alle Länder rundherum erfasst.
Da kam der Witwe ein rettender Gedanke. Sie verwandelte sich wieder. Diesmal in ein riesiges Brot.
Als der Sohn der Witwe nach Hause kam, sah er das ungewöhnlich große Brot. Und er ahnte bald, was geschehen war. Zuerst wollte er nichts von dem Brot essen. Dann aber siegte der Hunger. Einem bettelnden Nachbarn wollte er zunächst nichts von dem Brot abgeben, weil sie miteinander zerstritten waren. Schließlich aber gab er seinem Herzen einen Stoß und teilte mit ihm. Im selben Augenblick waren die beiden versöhnt.
Bald sprach es sich im Dorf herum, dass es im Haus der Witwe Brot gab. Viele Leute kamen, um zu essen: junge und alte, arme und kranke, verbitterte und unversöhnliche. Das Erstaunliche war: So viele aßen von diesem Brot und es wurde dennoch nicht weniger. Und es ging von ihm eine seltsame Kraft aus. Wer dieses Brot gegessen hat, wurde mit Freude erfüllt und mit Hoffnung und Zuversicht.

Ich wünsche Ihnen allen einen frohen und gesegneten Sonntag!

Ihr Pfarrer