Das Wort zum Sonntag – 28. Sonntag im Jahreskreis

Liebe Pfarrgemeinde!

ich erinnere mich noch gut an meine eigene Hochzeit: Die Einladungen haben meine Frau und ich schon viele Monate zuvor Wochenende für Wochenende persönlich ausgetragen und haben damit zur Hochzeit eingeladen. Und wir durften uns freuen: Kaum einer der Gäste ließ sich entschuldigen. Ganz anders laufen die Hochzeitsvorbereitungen jedoch im Sonntagsevangelium:

„Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem König, der die Hochzeit seines Sohnes vorbereitete. Er schickte seine Diener, um die eingeladenen Gäste zur Hochzeit rufen zu lassen. Sie aber wollten nicht kommen.“ – so lesen wir am Beginn unseres Evangeliums. Man möchte meinen, eine Essenseinladung zu bekommen sei etwas Schönes und zu einer Hochzeit eingeladen zu werden und an der königlichen Tafel Platz zu nehmen, eine große Ehre und ein Vergnügen. Wer von uns würde eine derartige Einladung ausschlagen?

Jemanden zum gemeinsamen Essen einzuladen, heißt doch, dass man Freude mit ihm teilen und Gemeinschaft mit ihm haben will. Wenn du eingeladen wirst, weißt du, dass dem Einladenden etwas an dir liegt.

Im Gleichnis vom königlichen Hochzeitsmahl ist Gott der Gastgeber. Alles ist bereit, alles ist umsonst zu haben, nur eines ist notwendig: dass die Menschen die Einladung Gottes annehmen und mit Freude hingehen. Im Sonntagsevangelium sind die Geladenen verhindert, weil es sie nicht kümmert und weil sie verschiedenen zweitrangigen Tätigkeiten nachgehen müssen. Diese Gäste ziehen den Ärger des Gastgebers auf sich.

Jeden Sonntag lädt uns Gott in seinen Festsaal zu einem Festmahl, zu einem Hochzeitsmahl ein. Was hindert mich, die Einladungen Gottes zum Feiern seiner Größe anzunehmen? Gott liegt etwas an uns Menschen. Wir sind ihm wichtig! Er möchte uns an seinem Tisch haben. Und wir sind dieser Einladung Gottes gefolgt.

Pastoralassistent Michael Mitter